Zielgruppenangebot

„Jungen Menschen, die zum Ausgleich sozialer Benachteiligungen oder zur Überwindung individueller Beeinträchtigungen auf Unterstützung angewiesen sind, sollen sozialpädagogische Hilfen angeboten werden, die ihre schulische und berufliche Ausbildung, Eingliederung in die Arbeitswelt und soziale Integration fördern.“
Aus dem Sozialgesetzbuch

Das ursprüngliche, von 2004 bis 2008 durchgeführte Zielgruppenangebot richtete sich an sozial und individuell benachteiligte Hauptschüler. Die strukturelle Schulsystementwicklung und die damit verbundene Auflösung des Hauptschulzuges der mit dem Haus der Jugend kooperierenden Landhausschule erforderte eine Neukonzeption des Angebotes.

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Das heute bestehende ZIELGRUPPENANGEBOT des Hauses der Jugend richtet sich an Grundschüler der Klassen eins bis vier der naheliegenden Grundschulen, an Kinder, die durch ihre soziale Situation oder andere familiäre Rahmenbedingungen im schulischen Kontext auffällig werden.

Die einerseits häufig aus ihrer ethnischen oder kulturellen Herkunft resultierenden Schwierigkeiten der Kinder sowie ihre individuellen psychischen oder sozialen Beeinträchtigungen – vorwiegend zählen zur Zielgruppe dieses sozialpädagogischen Angebotes Kinder mit Lernstörungen, Teilleistungsschwächen und allgemeinen Entwicklungsstörungen sowie sprachlichen Schwierigkeiten – machen eine Betreuung in einer individualisierten Kleingruppe notwendig.

Die komplexe sowohl familiär-soziale als auch individuelle Problemlage der Kinder erfordert einen ganzheitlichen Unterstützungsplan, der zur Verbesserung und Veränderung der Missstände führen soll. In diesem Sinne sollen die betroffenen Familien niedrigschwellige und effektive Hilfestellungen und die an dem Projekt teilnehmenden Kinder kompetente, ihre Probleme kurz- und langfristig lösende Unterstützung erhalten. Um diese Ziele zu erreichen wurde eine Zusammenarbeit mit verschiedenen, für die Kinder punktuell zuständigen Einsatzstellen angestrebt. Die sich daraus entwickelte enge KOOPERATION mit den einzelnen Schulen und der dort zuständigen Schulsozialarbeit sowie dem Allgemeinen Sozialen Dienst des Kinder und Jugendamtes halten wir konzeptionell für grundlegend. Das Haus der Jugend als Institution spielt in diesem Netzwerk eine zentrale Rolle: Es bietet räumliche und personelle Rahmenbedingungen, initiiert und koordiniert die nötigen Hilfeangebote, stellt die Verbindung mit den Familien her und hält sie aufrecht.

Die Umsetzung dieser konzeptionell festgelegten Ziele wird durch mehrere konkrete Angebote erreicht: Der oft strukturlose Alltag der Kinder wird durch die klare und regelmäßige Rahmung geordnet. Die Betreuungszeit beginnt direkt nach dem Schulschluss und endet um 16 Uhr. Dem gemeinsamen Mittagessen folgt eine feste Lernzeit und anschließende Freizeitbeschäftigung. Für die maximal acht Gruppenmitglieder besteht jederzeit die Möglichkeit, an den vielfältigen Kursangeboten des Hauses der Jugend in den Bereichen Computer, Kunst, Ökologie, Sport und Tanz teilzunehmen.
Jeden Freitag wird ein erlebnispädagogischer Tag für die ganze Gruppe angeboten. Dieses mehrstündige AUSFLUGSPROGRAMM ermöglicht den Kindern das Kennenlernen der Freizeitaktivitäten in verschiedenen Lebenswelten. Vor allem aber ist es hier pädagogisch intendiert, dass neue sozialer, gruppendynamischer Prozesse erfahren werden und die entwicklungspsychologische soziokulturelle Entfaltung gefördert wird.