Interview Rosa Wolf

  1. logo-ausstellungWas sind Deine Berührpunkte mit dem Jugendtanztag?

Ich habe selbst getanzt und bin mit meiner Gruppe an die 20-mal auf der Bühne gestanden, außerdem helfe ich beim Bau der Kulissen und Kostüme für das Kindermusical seit ich denken kann. Zuletzt habe ich die Regie für das Kindermusical hinter den Kulissen übernommen und die Tanzgruppen koordiniert.

 

  1. Erinnerst Du dich noch an Deinen ersten Jugendtanztag?

Ich selbst war dafür noch zu jung aber ich kenne die Erzählungen davon. Angeblich war ich so eingeschüchtert von der Bühne, dass ich den ganzen Tanz lang wie angewurzelt stehen blieb und ins Publikum gestarrt habe, bis mich jemand eingesammelt hat. Aber wie man sieht hat mich das nicht davon abgehalten, die Bühne wieder zu betreten.

 

  1. Hast Du konkrete Erinnerungen?

An was ich als erste denke, wenn ich über den Jugendtanztag nachdenke, sind vor allem die Kleinigkeiten. Die Gesichter der Kinder, wenn sie nervös sind, bevor sie auf die Bühne müssen und wie stolz und euphorisch sie sind, wenn sie eine gute Performance abgelegt haben. Oder dass mir jedes Mal die Beine weh tun, wenn der Tag rum ist, weil ich an die 10 km durch die ganze Stadthalle laufe, von der ich schon Räume gesehen habe, von deren Existenz manche nicht einmal ahnen. Auch der Applaus und die eigene Aufregung beim Auftritt bleiben mir immer in Erinnerung.

 

  1. Was hat sich verändert?

Verändert haben sich vor allem die Dimensionen, die Stadthalle ist für mich, je mehr ich gewachsen bin, immer kleiner geworden, aber das Programm und die Anzahl der Menschen ist stetig gewachsen. Wir mögen zwar nicht die professionellsten Veranstaltungstechniker sein, aber wir sind definitiv die kreativsten und bei uns hat noch immer alles irgendwie geklappt. Darauf bin ich sehr stolz.

 

  1. Wie sieht oder sah ein „ganz normaler Jugendtanztag“ für Dich aus?

Begonnen haben die Vorbereitungen schon Monate zuvor, da steckt viel Arbeit drin und man freut sich, dass es heute endlich soweit ist. Ich überlege mir gut, was ich alles einpacke, denn irgendetwas fehlt immer, ich habe mir daher angewöhnt von allem zwei dabei zu haben und zur Sicherheit noch ein oder zwei Dinge die unverzichtbar sind- wie eine Heißklebepistole, eine Zange, eine Schere, Strumpfhosen und Abschminktücher.

Morgens helfe ich am Bühnenaufbau aus, beim Tanzteppich verlegen und kontrolliere, ob alle Kulissen da sind, wo sie stehen und ob sie richtig montiert wurden. Dann sehe ich zu, dass ich eine Kleinigkeit zu Essen in die Finger bekomme, das wird nämlich die letzte Gelegenheit an diesem Tag werden. Danach geht es los und ich weise die Kindergruppen ein, wann sie bei mir unten an der Bühne sein müssen, das ist der stressigste Teil, denn spätestens jetzt zeigt sich was oder wer fehlt und wo es brennt. Wenn das Kindermusical losgeht, rangiere ich die Gruppen im Bühnenvorzimmer, versuche sie zu beruhigen und leise zu halten und geben ihnen den Einsatz vor, wann sie auf die Bühne laufen müssen. Wenn dann die nahezu 200 Kinder alle auf der Bühne waren und ihre Kulissen dabeihatten und alles gut geklappt hat, dann bereite ich mich auf meinen eigenen Auftritt vor, das heißt ich muss mich schminken und umziehen. Nach meinem Auftritt müssen die Garderoben leergeräumt werden und die Kulissen wieder eingesammelt. Später abends habe ich dann Zeit mir einmal andere Gruppen anzusehen, die tanzen. Wenn der HipHop Contest beendet ist, dann geht die Arbeit mit Bühnenabbau,

Aufräumen und Kulissenverladen wieder richtig los. Meistens bin ich dann so gegen 1 Uhr nachts zu Hause in meinem Bett und schlafe erschöpft, aber glücklich ein.

 

  1. Was war bei Euch für eine Stimmung zuhause vor den Jugendtanztagen, ihr wart ja oft alle irgendwie involviert?

Meistens rotiert Agathe (ihre Mutter und Kostümschneiderin, Anm. HD) schon Wochen vorher und sagt, sie wisse nicht, wie sie das alles schaffen soll, bis sie es dann am Tag vorher doch hinbekommen hat. Emma und Rudi sind da ganz gelassen, wir haben unsere Routine und die läuft wie geschmiert. Am Morgen des JTT ist dann aber doch meistens eine gewisse Anspannung zu spüren, die schlägt aber dann auch schnell in Geschäftigkeit um.

 

7. Was macht den Jugendtanztag anders als andere Tanzveranstaltungen?

Der Jugendtanztag hat einen ganz besonderen Charme, dadurch, dass er von allen für alle ist. Ich denke das spürt man auch als Besucher, der von den Geschehnissen hinter den Kulissen nichts mitbekommt. Bei uns hat jeder seine Berechtigung und jeder wird gewürdigt, ob auf oder hinter der Bühne. Das ist nicht selbstverständlich.

 

8. Was wolltest Du dem Jugendtanztag schon immer mal sagen?

Danke für die Chance mich einzubringen, Freunde zu finden und meine Fähigkeiten zu entwickeln. Bleib uns noch lange erhalten!