Interview Karl-Heinz Bartmann

1. Was sind Ihre Berührpunkte mit dem Jugendtanztag?logo-ausstellung

Ich war 14 Jahre Leiter des Jugenddezernates der Kriminalpolizei Heidelberg und hatte viele Kontakte zu Behörden, Institutionen, Schulen, Einrichtungen der Jugendhilfe und Personen, die mit Kindern und Jugendlichen zu tun haben, aufgebaut. Der wichtigste Berührungspunkt war die langjährige, hervorragende Zusammenarbeit mit dem Leiter der Abteilung Kinder- und Jugendförderung, Uli Nollek. Wir haben etliche gemeinsame Projekte initiiert, Probleme sachgerecht und unbürokratisch gelöst und ein starkes Vertrauensverhältnis aufgebaut, geprägt von gegenseitiger Wertschätzung und Respekt. Folgerichtig ergab sich eine zuverlässige Freundschaft die bis heute über den Dienst hinaus anhält.
Uli Nollek war es auch, der mich nach einem Jugendtanztag um Rat fragte, bei dem nach einer Konfrontation zwischen Security und Störern die Veranstaltung fast gekippt wäre. Diese Security wurde eingesetzt, weil im Laufe der Jahre immer mehr Unruhestifter versuchten, die Veranstaltung aufzumischen. Nach kurzer Darstellung der Ereignisse und Vorfälle war uns klar, dass wir ohne ein Sicherheitskonzept und entsprechendes Personal, sowie Polizei und Ordnern nicht auskommen würden. Die Polizei übernahm die strategische Einsatzplanung (ist ja ihr tägliches Geschäft) und der Polizeisportverein das notwendige Personal. Bereits beim nächsten Jugendtanztag mit Ordnern des PSV Heidelberg und Präventionsbeamten, sowie Jugendsachbearbeitern der Polizeidirektion Heidelberg kam dieses Konzept zur Anwendung. Natürlich kam uns unsere eingespielte, oft praktizierte Zusammenarbeit zugute. Mit gewissem Stolz können wir sagen, dass ab diesem Zeitpunkt die Störungen bis auf null sanken. Das heißt aber nicht, dass man zukünftig keine Ordnungskräfte mehr braucht, das so entstandene Vakuum würde sehr schnell von ungebetenen Gästen gefüllt werden.

2. Was haben Sie alles erlebt im Laufe der Jahre?

Ich habe viele Erwachsene (nicht nur Eltern) erlebt, die mit Respekt die dargebotenen Leistungen anerkannten. Und immer wieder die jungen Fans, die mit Begeisterung „ihre“ Gruppe anfeuerten. Und dann die Tänzerinnen und Tänzer, die mit wahrer Freude ihre Preise entgegennahmen. Und: Die ersten Jugendtanztage wurden von Ordnern aus den Abteilungen des PSV Heidelberg unterstützt. Hier kamen aber nicht nur junge Sportler, sondern auch einige Senioren. Die waren sich nicht zu schade, den gesamten Abend an der Bühne zu stehen und bei der doch sehr lauten Musik für Ordnung zu sorgen: hoher Respekt!

3. Wie sahen die Jugendtanztage aus Ihrer Sicht aus?

Ausgehend von den letzten Jahren verliefen die abendlichen Contests in sicherheitsproblematischer Hinsicht unspektakulär. Als sogenannter Polizeiführer konnte ich mich nicht nur auf meine Kollegen der Polizei, sondern auch auf die Truppe der Ordner (zuletzt die Heidelberg Hunters) absolut verlassen. Unproblematisch auch das Zusammenspiel mit den Veranstaltern, besonders mit der Veranstaltungsleitung.