Interview Jura Friedrich

  1. Wie kamst du zum Jugendtanztag?logo-ausstellung

Ich habe irgendwie schon immer getanzt, mein erster Jugendtanztag war aber erst 2003. Da erinnere ich mich sogar noch ziemlich gut dran, ich habe da bei einer Breakdance Show mit den „Hard Knocks“ mitgemacht (das war meine Crew damals).

 

  1. Was weiß man nicht, wenn man noch nie am Jugendtanztag mitgemacht hat?

Also wenn man am Jugendtanztag noch nie teilgenommen hat… (vorwurfsvolle Pause), dann weiß man nicht, was das für ein Zusammenhalt ist, was für ein Spaß, und wie man auf einmal mit so ziemlich allen, die „hinter den Kulissen“ rumlaufen, befreundet und verbunden ist. Für mich heißt Jugendtanztag auch, sagen zu können, „Diese Leute hier nenne ich meine Familie und wir arbeiten gerade an der Vorbereitung des 30. Jugendtanztags“. Das ist schon ein sehr geiles Gefühl.

 

  1. Was hat Hip-Hop für euch früher bedeutet? Ihr habt ja im Prinzip der Entwicklung dieses Genres zugeschaut.

Wir Hip-Hopper haben damals irgendwie alle zusammen trainiert. Da war dann unser eigenes kleines Ghetto unten im Tanzraum vom Haus der Jugend. Früher hatte Hip-Hop einfach definitiv mehr Bedeutung, die Szene in Heidelberg war größer, gerade weil hier zum Beispiel so gute und prägende Crews beziehungsweise Rapper herkommen. Cora E, Toni L und so weiter waren zwar vor meiner Jugendtanztag-Zeit dabei, aber ich habe die später alle kennengelernt. Anders war auch, dass man in einer Hip-Hop oder Breakdance Show heute ganz viele verschiedene Richtungen drin hat, das finde ich verwirrend, auch wenn es natürlich geil aussieht. Wir hatten früher oft nur ein Lied, zu dem wir komplett getanzt haben, ohne das zu schneiden oder mixen: Carmina Burana war zum Beispiel das erste Stück, zu dem ich aufgetreten bin.

 

  1. Wie ist die Stimmung im Hip-Hop-Contest, wie würdest Du das Leuten erklären, die das nie mitbekommen haben?

Naja. Die Gruppen bringen meistens ihre Fans mit -`ne ganze Menge Fans teilweise- die dann konstant jubeln; aber auch für die anderen Gruppen, das macht viel aus, wenn das funktioniert. Man hat eben einfach Respekt füreinander, wenn die anderen Crews geilen Shit raushauen. Ich finde das teilweise ja auch voll faszinierend, wenn da so `ne mittelmäßige Mädels-Streetdance-Gruppe auftritt und auf einmal -Zack!- macht irgendeine einen krassen Salto oder so. Und dann gibt es halt so Gänsehaut-Momente, wenn z.B. eine 25-köpfige Truppe völlig synchron hochspringt und genau auf den Beatdrop landet, jungejunge, sowas haut mich jedes Mal um.

 

  1. Was waren früher Deine Aufgaben bei der Umsetzung des Jugendtanztages, was sind sie heute?

Ganz am Anfang habe ich so Zeug gemacht wie CDs durchhören (Anm. HD: Die teilnehmenden Gruppen geben ihre Musik immer auf einer CD ab. Das bedeutet aber, dass irgendjemand alle CDs auf drei verschiedenen Geräten komplett durchhören muss, um zu herauszufinden, ob sie funktionieren und richtig geschnitten sind). Oder, das war lustig, Plakate aufhängen. Wir haben nämlich noch gar nichts so lange eine Firma dafür engagiert und das hat bedeutet, dass wir in der ganzen Stadt rumgefahren sind, um die anzubringen. Mittlerweile wie gesagt vor allem Kulissenbau, ich bin ja Schreiner von Beruf.