Interview Herbert Gressler

Herbert Gressler, ehemaliger Mitarbeiter der Verwaltung der Kinder-und Jugendförderung Heidelberg

1. Wer sind Sie? Was sind/waren Ihre Berührpunkte mit dem Jugendtanztag?logo-ausstellung
Ich war lange in der Kinder- und Jugendförderung, ich habe da die Verwaltung geschmissen, das heißt ich war zuständig für die Finanzen, den Ferienpass, aber eben auch die Jugendhäuser. Das lief aber so nach dem Prinzip „Jeder hilft jedem“, wenn der Jugendtanztag anstand, hat man da eben geholfen.

2. Was bedeutet der Jugendtanztag für Sie? War das alles nur Teil Ihrer Arbeit?
Nein, um Gottes Willen, das war zwar Arbeit klar, das hat irgendwo auch einfach nur zum Tagesgeschäft gehört, aber das hat Freude gebracht, das war toll! Ich war zum Beispiel auch für die Begrüßungen zuständig und hinter den Kulissen, aber vor allem waren das immer wunderschöne Tage.
Ah- und das war natürlich auch die Zeit, wo Breakdance aufkam, da waren dann Jungs auf der Bühne, das war unglaublich, wie begeistert die bei der Sache waren!

3. Was war besonders stressig bei den Vorbereitungen? Was war das Schönste?
Stress- da war ich jung, unter 40, das war kein Stress, da gab es Arbeit, klar, aber doch keinen Stress! (an dieser Stelle wirkt er fast empört, dass ich annehmen könnte, das wäre in irgendeiner Weise für irgendwen stressig gewesen)
Ich glaube, am schönsten war am Ende die Freude, dass wieder alles reibungslos über die Bühne gegangen ist und alles so geklappt hatte, wie man sich das vorgestellt hat. Da waren dann alle zufrieden.
Und ich fand es schön, das Drumherum zu erleben, die aufgeregten Kinder, Uschy, die alles koordiniert hat…

4. Welche Personen haben für Sie den Jugendtanztag geprägt?
Außer an Uschy denke ich da an Bernd Güntzel-Lingner, der hat während den ersten Jahren den Jugendtanztag immer vor und hinter der Bühne gefilmt. Ich erinnere mich noch dran, wie er sich mit seinen riesengroßen Kameras die Menge geschlängelt hat. Aber der hat da auch ein bisschen Show draus gemacht.

5. Ihre Tochter Lena hat lange mitgetanzt, wie war das dann als Vater?
Och, so wie bei allen Eltern, glaube ich! Man war natürlich total gespannt, nachdem wir sie immer zu den Proben gefahren hatten, Lena war begeistert und selbst, wenn sie „nur“ ein bisschen über die Bühne gestolpert ist -die war drei vielleicht, oder vier! – waren wir stolz.
Sie ist auch auf einem der Plakate drauf – ich sehe das noch genau vor mir, wie sie da in Klamotten steht, die ihr viel zu groß sind. Uschy hatte ihr vor dem Foto noch die Haare toupiert, sie sieht damit ein bisschen aus wie ein ganz kleiner Punk.

6. Was wünschen Sie dem Jugendtanztag für die nächsten 30 Jahre?
Dass es weiterhin Menschen gibt, die sich die Mühe machen, Kindern und Jugendlichen die Möglichkeit zu geben, auftreten zu können, dabei sein zu dürfen, die Vorfreude zu spüren! Davon zehrt man ja auch Kraft.
Vielleicht auch damit Kinder zeigen können, was sie drauf haben, das ist jedes Jahr wieder beeindruckend bei vielen. Und um Kinder zu begeistern für Tanz und Sport im Allgemeinen, denn das muss ja natürlich auch nach dem Jugendtanztag immer weiter gehen, die sollen nicht nur einmal auftreten, sondern sich
weiterengagieren. So können die Kinder auch jedes Jahr was Neues und Aufregendes erleben. Ich glaube, ich würde den Jugendlichen und auch den Kindern gerne mitgeben, dass sie zufrieden sein sollen, es gibt so viel Schönes auf der Welt- wie eben den Jugendtanztag.