Interview Andy Raraz

Andi Raraz, Tänzer und Trainer

1. Wer bist Du? Seit wann bist du am Jugendtanztag dabei?logo-ausstellung
Mein Name ist Andi, ich bin Student und Tänzer am Haus der Jugend. Seit wann ich dabei bin… mal überlegen. Das müssen so vier Jahre sein, ich war da glaube ich 14 oder 15. Ich bin immer noch dabei, bei den Rhythm Soldiers als Tänzer und dann eben als Trainer von END und einer Gruppe, die irgendwie bis jetzt noch keinen Namen hat, weil sie sich ständig umbenennt. Und ich war als Teil von TAT (The Annoying Title) dabei, als Megacrew am Jugendtanztag, bevor wir den ersten Platz bei der Süddeutschen Meisterschaft und den vierten bei der Deutschen gemacht haben.

2. Wie bist du dazu gekommen, beim Jugendtanztag mitzumachen?
Ähm… also ich habe angefangen zu breaken, weil ein Freund von mir im Haus der Jugend getanzt hat. So bin ich in die Break-Ecke reingerutscht (lacht). Und bei meinem zweiten Jugendtanztag war ich bei Uschys Showcase „Juras Waschsalon“ dabei. Das war auch das erste Mal, dass ich Hip-Hop, nicht Breakdance getanzt habe. Mit den Rhythm Soldiers war ich dreimal dabei, und mit meinen Schülern von „Track One“ und eben „TAT“.

3. Was macht den Jugendtanztag anders als andere Tanzveranstaltungen?
Mittlerweile ist da einfach so ‘ne familiäre Stimmung, zumindest bei den Haus der Jugend Leuten. Ich finde auch, das ist besonders, weil der JTT so umgebungsnah ist. Die meisten Leute, die du triffst, kommen aus Heidelberg und Umgebung, das verbindet. Und ich weiß nicht, das ist einfach ein cooles Gefühl, zu wissen, wir sind alle von hier und wir können was! Und er ist auch dem Publikum nah, alle hängen zusammen rum.
Aber vor allem ist der Contest so unkompliziert, man muss sich nicht ewig anmelden und bei zehntausend Vorentscheiden mitmachen, bei denen man sowieso rausfliegt, wenn man nicht perfekt ist. Für Anfänger ist das geil, das heißt nämlich, dass auch Jüngere was reißen können.
Und dann so Sachen wie die ziemlich hochkarätigen Specials, die Vielfalt und dass es ziemlich heftig ist, wie gut es mit dem Jugendtanztag läuft.

4. Was verbindest Du mit dem Jugendtanztag?
Contest – Rhythm Soldiers, meine Crew – Spaß – Familie

5. Was weiß man als Tänzer, das man als Zuschauer nicht weiß?
Uschy Glücksmuffins, natürlich. Und das während unten im Saal die Shows laufen, oben noch alle tanzen und sich gegenseitig trainieren, in den Fluren, den Umkleiden, im Foyer.
Und für mich gehört der „Einstimmungsabend“ Freitag dazu, da ist im Haus der Jugend immer Generalprobe der Contest-Gruppen.
Am Ende natürlich auch das Aufräumen um dann mit allen in die „Schicht“ zu gehen.

6. Gibt es ein Lied, das du mit dem Jugendtanztag verbindest?
Unser Intro an meinem ersten Jugendtanztag, frag mich nicht, wie das heißt, aber das ist eins zu eins mein Jugendtanztag-Feeling.

7. Was würdest Du Deinen Kindern irgendwann über den Jugendtanztag erzählen?
Dass ich mich mehr auf den Jugendtanztag gefreut habe als auf meinen Geburtstag. Verdammt, das war so ungefähr Weihnachten und Geburtstag zusammen!

8. Hat sich in der Hip-Hop-Szene irgendetwas verändert?
Ja, die hat sich schon ein bisschen verändert. Die Szene ist noch da, aber sie hat sich nach oben verschoben, weil die Mitglieder älter geworden sind und nicht mehr in Crews auftreten, sondern mehr für sich trainieren. Es gibt schon noch Vertreter, die voll dabei sind, aber eben nicht mehr in der Masse. Wobei, ich habe das Gefühl, der Zustrom nimmt wieder zu. Also mal sehen.

9. Was wünschst Du dem Jugendtanztag für die Zukunft?
Also zwei Tage wären schon drin, oder?
(Ich erzähle ihm, dass Uschy, die im Nebenzimmer arbeitet, genau das auch genannt hat. Er steht auf ohne eine Miene zu verziehen, während ich noch die letzte Antwort aufschreibe und entschuldigt sich. Kurz darauf höre ich folgendes Gespräch:
Andi: Also ich bin da voll deiner Meinung Uschy, wollte ich nur kurz gesagt haben.
Uschy: Was? Woher kommt das gerade?
Andi: Na, das mit dem Jugendtanztag an zwei Tagen, das wäre viel cooler!
Uschy wiederspricht, das wäre leider nicht umsetzbar.
Andi (laut und sehr resolut): Neeeein, das ist völlig machbar. Dochdoch.
Daraufhin kommt er wieder, ohne ihre Antwort abzuwarten, grinst und sagt: „Kann weitergehen!“)

10. Was für eine Stimmung ist das im Contest?
Das ändert sich. Im A-Contest sind noch ziemlich viele Eltern, weil die Schüler teilweise erst 16 sind, da müssen die glaube ich sogar bleiben, wegen der Uhrzeit.
Im B-Contest kommen dann auf einmal immer mehr Jugendliche und so langsam verschwinden die Eltern. Da sind dann auch Leute, die eigentlich gar nichts damit zu tun haben, aber fanden, das klang irgendwie nach einem ganz nicen Abendprogramm oder die von irgendwem mitgeschleppt wurden- und dann auf einmal alle anfeuern und am Ende begeistert und ein bisschen heiser weiterziehen.

11. Und, als letzte Frage, wie ist die Atmosphäre hinter den Kulissen?
Das klingt jetzt komisch, aber ich würde spontan sagen: angespannt und trotzdem locker. Kann man das nachvollziehen? Und Gewinnen ist halt schon das Beste so. Da ist die Stimmung auch noch ganz anders hinterher (grinst).